Anquatschversuch auf St. Pauli

Am 7. April 2026 zwischen 18 und 19 Uhr wurde eine Person in der Nähe ihrer Wohnung angesprochen.

Eine etwa 40 bis 50 jährige männlich gelesene Person stellte sich der betroffenen Person halb in den Weg. Sie war ca. 1,80 m groß, hatte nach hinten gegelte, graue Haare, leichte Geheimratsecken und ein kantiges Gesicht ohne Bart und trug an dem Abend braune Wanderschuhe, eine blaue Jeans und eine schwarze Regenjacke.

Die männlich gelesene Person lächelte und begann ein Gespräch: „Darf ich Sie mal was fragen?“ – „Was?“ – „Kennen sie Orte an denen man sich ungestört unterhalten kann?“
Daraufhin antwortete die betroffene Person „Nein, was willst Du?“ Die männlich gelesene Person sagte, sie gehöre zur Behörde Inneres und Sport und dass die Person keine Angst zu haben brauche.
Daraufhin bekam die Person von der Behörde eine klare Absage, die mehrfach wiederholt werden musste. Sie hielt noch eine Karte hin und stellte in Aussicht „dass es sich lohnen könnte.“
Dabei versperrte sie weiterhin den Weg zur Hälfte.
Die Situation endete damit, dass die betroffene Person in entgegengesetzter Richtung davon ging.

Ein weiterer, wahrscheinlich mit dem oben genannten in Zusammenhang stehender, gescheiterter Anquatschversuch ereignete sich vor Weihnachten 2025. Eine der Beschreibung nach gleich aussehende Person sprach die damals betroffene Person an mehreren Tagen an, ohne dass es zu einem Gespräch kam. Auch hier trat diese bedrohlich auf.

Beide Situationen kamen nicht überraschend, da die Betroffenen die beschriebene Person sowie andere Personen wiederholt und über einen längeren Zeitraum vor ihrem Haus wahrgenommen hatten, ohne dass diese in der Nachbarschaft verortet sind.

Hier noch ein paar allgemeine Hinweise:

  • Lass dich nicht verrückt machen – Anquatschversuche haben wenig mit dem eigenen Verhalten zu tun. Sie haben einfach bestimmte „Schablonen“, wen sie zu welchem Zweck anquatschen, in die du ihrer Ansicht nach rein passt. Im Prinzip kann es jede*n treffen. Spekulationen über die Hintergründe des Versuchs helfen den Repressionsbehörden.
  • Dennoch sollte dir bewusst sein, dass du vor und nach einem Anquatschversuch im Blick der Behörden stehst. In der Regel sind es Mitarbeiter*innen des Verfassungsschutzes, die dich ansprechen, manchmal auch der Polizei. Sie haben sich über dich informiert, dich beobachtet und nutzen das gewonnene Wissen, insbesondere vermeintliche persönliche Schwachstellen/Schwierigkeiten, um psychischen Druck auszuüben, dir zu drohen oder dich einzuschüchtern.
  • Oft werden gerade junge Menschen angequatscht, in der Annahme, dass diese einfacher zu beeinflussen seien, gut vernetzte Personen oder welche, die nicht super sichtbar in Strukturen aktiv sind.
  • Wichtig ist zu wissen, dass keinerlei Mitwirkungspflicht besteht. Es muss nicht einmal eine wahrheitsgemäße Angabe darüber gemacht werden, ob mensch die Person ist, für die sie eine*n halten. Du musst nicht mit ihnen reden und sie haben keine rechtlichen Sanktionsmittel gegen dich in der Hand. Aus einer Ablehnung können also keine juristischen Nachteile entstehen, im Gegenteil, sie ist die einzig richtige Reaktion!
  • Eine zeitnahe Veröffentlichung des Anquatschversuchs verhindert, dass sich Anquatschversuche gegenüber derselben Person wiederholen und schützt vor anderen Nachteilen, wie der Umsetzung der Drohungen. Zudem kann eine Veröffentlichung andere sensibilisieren und ermutigen, eigene Erfahrungen ebenfalls öffentlich zu machen.

Die Zielsetzung solcher Versuche kann ganz unterschiedlich sein:

Tatsächlich Informant*innen anwerben, Einschüchterung oder auch einfach Unruhestiftung um zu sehen was danach passiert. Wie damit umzugehen ist, ist jedoch immer gleich: Ablehnen und nichts sagen! Je klarer und deutlicher geäußert wird, dass kein Interesse besteht, desto besser stehen die Chancen, nicht nochmal angesprochen zu werden. Außerdem ist es wichtig, dein Umfeld zu informieren und den Vorfall zeitnah im Anschluss zu veröffentlichen (dafür reicht eine grobe Beschreibung des zeitlichen und örtlichen Ablaufs und eine Personenbeschreibung).

Wenn ihr von einem Anquatschversuch betroffen seid, meldet euch bei uns, der Roten Hilfe und/oder Out of Action.

Euer EA